Liebe Inselgarten- FreundInnen und Interessierte,
 
August 2017
Hier ist er nun, der angekündigte, ausführliche Newsletter.
Es geht uns weiterhin gut und zurzeit haben wir eine große Gruppe aus Österreich mit psychotherapeutischer Heilarbeit und Aquahealing am Platz. Die Kursleiter sind zum 13. Mal mit einer Gruppe bei uns, manchmal fühlt es sich an, wie ein Familientreffen.  
 
Nach unserem sehr erlebnisreichen Aufenthalt in Australien und Neuseeland im Januar/Februar diesen Jahres folgten noch zwei Workshops am Jakobsberg in Deutschland. Seit 12. März sind wir wieder in unserer Wahlheimat. Hier erwartete uns eine Menge Arbeit, denn ein sehr strenger Winter mit Schnee und Eis hatte Schäden an Haus und Garten verursacht. Doch rechtzeitig zum Saisonbeginn erstrahlte dank unserer Mitarbeiter und Handwerker alles wieder wie neu. 
 
Eine neue Arbeitsstruktur hat uns geholfen, nicht nur Derek zu ersetzen, sondern alle Aufgaben noch effizienter zu erfüllen. Nadja ist unsere neue Mitarbeiterin im Büro. Sie hat lange im Reisebereich gearbeitet, spricht Deutsch, Englisch und Griechisch und ihr Mann ist unser Taxifahrer und Transfer-Organisator Michalis.
Jannis hat die Pflege des Pools und alle Hausmeisterarbeiten übernommen. Er verfügt über viele handwerkliche Fähigkeiten, so dass wir weniger Handwerker von außen benötigen. Natürlich sind wir dankbar, dass unser bewährtes Team mit Anna (seit 14 Jahren), Stratos (seit 5 Jahren) und Antonia (seit 2 Jahren) geblieben ist. 
Das Team fährt ein auf Stratos neuem Pickup!
Nadja
Eine private Geburtstagsfeier einer jetzt in der Jugend des Alters angekommenen Freundin eröffnete Ende März die Saison und am 1. Mai feierten 25 Frauen mit Arunga Heiden und Ingemar Rohn singend, tanzend und Blumen bekränzt das Fest der Afrodite. 
Es folgten weitere teils ganz neue Gruppen und die bewährten „Wiederholungstäter“, die schon zu Freunden geworden sind. Im Mai feierte ein Paar, dass sich in der Ausbildungsgruppe kennengerlernt hatte, hier seine Hochzeit. Die Ehre der „Weddingplanerin“ habe ich, Ursula gerne angenommen. Es war ein wunderbares Herzensfest.
Über eine besondere, neue Gruppe möchten wir Euch berichten. Eine Woche hatten wir „Familien mit besonderen Kindern“ zu Gast. Die schwerstbehinderten Kinder wurden von einer erfahrenen Therapeutin, die bisher diese Kinder in der Türkei im Becken mit lebendigen Delfinen behandelt hatte, in unserem geheizten Pool mit elektronischen Schwingungen in der gleichen Frequenz behandelt. Das Gerät „neos®“ wurde von der Firma Kosys entwickelt und hier eingesetzt. Die Ergebnisse waren wunderbar und sehr berührend. Der Verein „Kosys hilft e.V.“ und die Eigentümer der Firma Kosys, Josua und Simone, haben dieses neue Projekt gesponsert. Für uns, unser Team und alle Gäste war diese Woche eine ganz besondere Woche der Dankbarkeit für alles geschenkte Leben.
Da wir immer wieder gefragt werden, hier ein paar Informationen zur Flüchtlingssituation auf Lesbos: In diesem Jahr kamen nur wenige Flüchtlinge an. Doch in Skala Sikiaminias stehen noch immer Rettungsboote aus europäischen Ländern bereit, um sofort auszufahren, wenn schwierige Situationen auf dem Meer gemeldet werden. Die Ankommenden werden umgehend zur Registrierung nach Mythilini gebracht, aber die Situation dort im großen Lager ist nach wie vor unbefriedigend, obwohl sich freiwillige Helfer immer wieder zur Verbesserung der Situation dort einsetzen. Die Abwicklung der Registrierung erfolgt schleppend, auch weil die Eingereisten weder in Griechenland bleiben noch in die Türkei zurückgeschickt werden wollen. Sie wissen, dass ihr Ziel Nordeuropa derzeit kaum erreichbar ist. Doch auch die griechischen Behörden verzögern die Registrierung, weil die Mittelmeer-Anrainerstaaten die Flüchtlinge nach dem immer noch gültigen Dubliner Abkommen „behalten müssen“. Italien und Griechenland werden nach wie vor nicht wirklich von den nordeuropäischen Ländern unterstützt. Die zaghaften Versuche einer „neuen Entwicklungshilfe-Politik" helfen nicht die derzeitige Realität zu verbessern! 
Der seit diesem Jahr zum „Friedensweg“ benannte Weg von Eftalou bis Skala Sikiaminias wurde von vielen Gruppen gegangen. An diesem Küstenstreifen landeten 2015 die meisten Flüchtlingsboote. 
In der ersten Juni-Woche gab es auf Lesbos und dem gegenüberliegenden Küstenstreifen der Türkei ein Erdbeben, das insbesondere das Dorf Vrissa im Süden der Insel stark betroffen und viele alte Häuser und Straßen zerstört hat. Auch einige Gebäude der Stadt Plomari wurden beschädigt. Leider ist in Vrissa auch eine Frau ums Leben gekommen. Die Hilfe für die Menschen und Unterstützung zum Wiederaufbau läuft an, wenn auch gefühlt viel zu langsam.
Wir hatten im deutschen Fernsehen den sehr kurzen Katastrophenbericht über das Erdbeben gesehen und konnten daher die besorgten Anfragen von FreundInnen und Gästen verstehen, ob denn Milelja und wir unversehrt sind. Obwohl nur eine sehr kleine Region so erschüttert wurde, konnte man nach diesem Bericht schließen, dass die ganze Insel betroffen sein würde.
In der Tat hat es auch bei uns für Sekunden ordentlich „geruggelt“. Doch gibt es seit 1990 sehr strenge Baubestimmungen zur Erdbebensicherung. Unsere Häuser sind alle nach diesen Bestimmungen gebaut und aus diesem Grund gab es bei uns keine Schäden.

Ein wichtiges Anliegen ist es uns, an dieser Stelle noch einmal allen großherzigen SpenderInnen zu danken, die es uns ermöglichen, die hilfsbedürftigen Menschen hier in der Region zu unterstützen. Auch denen, die in ihren Ferien mit ihrer Hände Arbeit und ihrem Wissen Gutes tun, gilt der Dank.
Wie schon in den letzten Newslettern beschrieben, wird die Finanzierung der Flüchtlingsunterstützung von internationalen Institutionen übernommen. Doch das
Ausbleiben der Touristen in den letzten zwei Jahren und die neuen europäischen Steuergesetze  
haben viele Menschen hier in Molivos an die Grenze des Existenzminimums gebracht. Beispiel: Als ich Anfang dieses Monats bei der Bank war und der Kassierer einem älteren Mann die Rente von 100 € für den Monat über den Tresen schob, war ich traurig und beschämt. Manche Familien können den Strom nicht mehr zahlen oder die Schulbücher für ihre Kinder nicht kaufen. Medikamente oder notwendige Operationen fallen oftmals durch das griechische Gesundheitsnetz.
Einer unserer Gäste, der in der Schweiz als Arzt arbeitet, hat im Mai viele medizinische Hilfsmittel mitgebracht. Per Fracht ließ er medizinische Geräte an das Gesundheitszentrum in Kalloni liefern und in seinen Ferien schulte Axel die MitarbeitInnen. 
Zu Ostern konnten wir dem ortsansässigem „Verein der Liebe“ 4000 € für hilfsbedürftige Dorfbewohner überreichen, für kleine Osterpakete und zur Tilgung von dringend ausstehender Strom- und Steuerrechnungen. Die erste Vorsitzende des Vereins hatte solche Scheine noch nie gesehen. 
Weiter war es möglich die notwendige Netzhaut-Transplantation unseres Ikonen-Malers zu einem großen Teil zu bezahlen. Die OP war erfolgreich, was für ein Glück! 
Die Brustkrebs-OP einer seit Jahren im sozialen Bereich ehrenamtlich sehr aktiven Frau konnte durch unsere Spendenzuschüsse 3 Monate früher erfolgen, als es bei normalen, staatlichen Aufnahmen möglich gewesen wäre. Es stehen noch einige Not-Wendigkeiten aus, für die wir die Augen offenhalten. 
Es sollte doch auch unbedingt erwähnt sein, dass die Molivisiatis fleißig und kreativ sind. Gemüse wird auf jedem freien Flecken wieder angebaut, Haustiere sorgen für Eier und Fleisch und natürlich sind Oliven, das gute Öl von Lesbos und der Schafskäse wichtige und sehr gesunde Grundlebensmittel. Manche Familie backen ihr Brot wieder selbst und sparen so 60 € im Monat. Ihr seht, das Leben geht weiter und wird durch Eure großzügige Hilfsbereitschaft ein wenig leichter. Danke!
Zur Info auch nochmal das deutsche Spendenkonto: Pfarramt Sankt Hildegard/Sankt Michael, Viernheim, Sparkasse Starkenburg BIC: HELADEF1HEP - IBAN: E09509514690003089554
Vermerk: Flüchtlingshilfe, Lesbos 

Das Leben geht weiter und dies spürt man insbesondere im August. Im Monat der großen Kirchenfeste sind die Straßen wieder so quirlig mit Fußgängern gefüllt, dass man gerne das Auto zu Hause lässt. Da gibt es viele Besucher, Griechen vom Festland und aus dem Ausland und viele Touristen aus Europa, Russland und der Türkei und auch aus Übersee.   
Große Tanzvorführungen in Petra und Molivos und das Musik-Festival für klassische Musik
waren für uns die kulturellen Höhepunkte in dieser Zeit. Für mich, Ursula, gibt es noch einen weiteren Höhepunkt mit der Tanzwoche vom 30.8.-06.09. Ich freue mich auf das Tanzen hier in Milelja, in den Tavernen und mit den Einwohnern von Stipsi.  

Viele von Euch haben nachgefragt, wie es mit dem Verkauf des Seminarzentrums Milelja-Inselgarten steht. Wir sagen gut!  Es ist natürlich ein Prozess. Wir sind mehr und mehr bereit unser geistiges Kind in gute Hände zu geben und wir vertrauen den Ansagen der geistigen Welt. Im Moment unterstützen wir das Geschehen mit praktischer Arbeit. Die Verkaufsanzeige findet ihr hier und das ausführliche Exposé kann über info@milelja-inselgarten.com angefordert werden. Darüber hinaus gibt es einen neuen, tollen Kurzfilm auf youtube über den Inselgarten, seine Lage und Umgebung. Schaut ihn Euch an. Wir freuen uns, wenn Ihr beides weiterleitet: www.youtube.com/watch?v=PGUoBr-WZaM
Es ist unser Wunsch, den Inselgarten bald in gute Hände zu geben, um mehr Ruhepausen, Zeit für Kinder und Enkel und einige Wunsch- Reiseziele zu haben. Auf jeden Fall bleiben wir in unserem Haus und Garten, dem Privatgrundstück in Milelja wohnen und werden auch weiterhin unsere Heilarbeit und die ausgeschriebenen Kurse im Jahr 2018 anbieten. 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und mit großer Dankbarkeit für die vielen wunder- und segensvollen Begegnungen grüßen wir Euch herzlich.

Ursula und Irini 
Facebook Share